Akupunktur

Die Akupunktur ist ein chinesisches Heilverfahren, das seit über 2.000 Jahren angewendet und bis heute ständig weiter entwickelt wird.
Bei einer Akupunkturbehandlung werden meistens 4 bis 15 Nadeln gesetzt, die ca. 20 Minuten liegen bleiben.
Die Akupunkturnadeln sind sehr dünn, steril und werden nur einmal verwendet. Es existieren über 400 Akupunkturpunkte, von denen der Therapeut eine Auswahl trifft, die genau zu den Symptomen und der Konstitution der Patienten passt. Die Punktauswahl kann sich in jeder Behandlung etwas unterschiedlich zusammensetzen, je nach dem aktuellen Befund und dem Aufbau der Behandlungsstrategie.

Über die Anzahl und Stärke der Nadeln und den Einsatz unterschiedlicher Techniken bis hin zur sehr sanften japanischen Akupunktur oder der Verwendung von kaum spürbaren, aber hochwirksamen Pflasternadeln gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, um die Behandlung effektiv und gleichzeitig angenehm zu gestalten. Das Setzen der Nadeln sollte keine starken Schmerzen verursachen. Charakteristisch für eine gut gesetzte Nadel ist eher ein Gefühl von Kribbeln oder die Ausbreitung eines Wärme- oder Entspannungsgefühls.

Moxibustion

Die Akupunkturbehandlung kann ergänzt werden durch Verfahren der so genannten Moxibustion, bei dem bestimmte Akupunkturpunkte erwärmt werden. Hierfür wird speziell verarbeitetes Beifußkraut auf die Nadeln oder auf die Haut gesetzt und verbrannt. Durch die rechtzeitige Entfernung des Moxakrautes entstehen hierbei keine Verbrennungen, die Haut bleibt also völlig unbeschädigt.

Die Moxa-Methode ist sehr gut geeignet, um Kältezustände zu behandeln, z.B. bei Rücken- oder Gelenkschmerzen, und um Energiedefizite aufzufüllen.

Schröpfbehandlung und Gua Sha

Für die Schröpfbehandlung werden Schröpfgläser auf die Haut gesetzt. Durch den dabei entstehenden Unterdruck wird die Durchblutung und der Lymphfluss des darunter liegenden Gewebes stark angeregt. Wenn die Haut zuvor mit Massageöl eingeölt wurde, können mit einem Schröpfglas Massagen durchgeführt werden. Hierfür ist besonders der obere Rücken, die Schulter- und Nackenregion geeignet. Durch die Reizwirkung der starken Durchblutung können flächige Blutergüsse entstehen, die als normales Behandlungsresultat gesehen werden und die nach wenigen Tagen wieder vollständig zurückgebildet werden. Es handelt sich hierbei um eine der effektivsten Methoden, um chronisch verspannte Muskulatur zu lockern. Beim so genannten Gua Sha wird ein ähnlicher Effekt erzielt: Die Haut wird eingeölt und mit einem Hornschaber oder einem Porzellanlöffel über mehrere Minuten ausgestrichen. Auch hier können sich Blutergüsse bilden, die Region wird stark durchblutet und durchwärmt. Sowohl die Schröpfmassage als auch das Gua Sha eignen sich zum Beispiel für die Behandlung folgender Beschwerden:

  • Schulter- und Nackenverspannungen
  • Spannungskopfschmerzen
    Infektanfälligkeit
    Heuschnupfen
  • Migräne
  • Allergien

Indikationen

Die Methode wird besonders in den folgenden Bereichen eingesetzt:

begleitende Therapie von Krebserkrankungen

Schmerztherapie

Eines der Hauptziele der Akupunktur ist es, Blockaden zu lösen und eine gleichmäßige energetische Versorgung aller Körperregionen wieder herzustellen. Die Akupunktur zählt damit zu den effektivsten Therapiemethoden bei Schmerzen unterschiedlicher Herkunft. Um zum Beispiel Schmerzen oder Einschränkungen im Bewegungsapparat zu behandeln, werden in der TCM Praxis Bielefeld häufig hoch effektive japanische Pflasternadeln eingesetzt, die ca. zwei Wochen kleben bleiben und einen Dauereffekt erzielen. Bewährt hat sich diese Methode zum Beispiel bei Ischialgien, Bandscheibenvorfällen, Blockaden der Hals- oder Brustwirbelsäule, Karpaltunnelsyndrom, Schmerzen in der Schulter, den Hüften oder Knien. 

Emotionales Ungleichgewicht / Depression

Nach der Lehre der Chinesischen Medizin sind die Emotionen untrennbar mit dem Körper und seinen Organen verbunden. Ein emotionales Ungleichgewicht kann sich über körperliche Symptome bemerkbar machen und umgekehrt können auch körperliche Störungen auf Dauer die Psyche stark beeinträchtigen. Daher gibt es für fast jeden Akupunkturpunkt neben der beschriebenen körperlichen Wirkung auch eine emotionale, geistige oder seelische Wirkung.
Nach der Lehre der Fünf Wandlungsphasen werden den wichtigsten Organsystemen die fünf Emotionen Wut, Freude / Lebensfreude, Grübeln, Trauer und Angst zugeordnet. Bei jedem Patienten wird genau untersucht, wo ein Ungleichgewicht vorherrscht und wie es dazu gekommen ist.
Das Ziel einer Fünf-Wandlungsphasen-Akupunktur besteht darin, durch ein Ausgleichen der Emotionen den Zugang zu der ursprünglichen Kraft und dem eigenen Potenzial herzustellen. Zusätzlich gibt es viele Punkte, die bei innerer Unruhe oder Panikattacken den Geist beruhigen oder die bei einer tiefen Erschöpfung wieder dazu beitragen, Kraft aufzubauen.

Kosmetische Akupunktur

Für die kosmetische Akupunktur wird besonders das Gesicht und der Hals mit feinsten Nadeln behandelt, um die Versorgung der Haut von innen zu verbessern. Die kosmetische Akupunktur eignet sich besonders für:

Verringerung von Falten
Verringerung von Tränensäcken und Aufgedunsenheit im Gesicht
Harmonisierung der Gesichtsfarbe
Lifting von herabhängenden Augenlidern
Verkleinerung von Doppelkinn
Behandlung bei Akne
Behandlung bei trockener Haut

Behandlung bei Kinderwunsch

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet viele Möglichkeiten, Paare mit Kinderwunsch zu unterstützen. Die Methode ist besonders effektiv bei hormonellen Störungen mit Zyklusunregelmäßigkeiten sowie bei der Vorbereitung von verschiedenen Maßnahmen der künstlichen Befruchtung.
Mittlerweile haben mehrere klinische Studien gezeigt, dass die Erfolgsaussichten bei einer IVF (In-Vitro-Fertilisation) mit Akupunkturbegleitung 30 – 50 % höher sind als ohne Akupunktur.

Bei vielen Paaren findet sich medizinisch kein offensichtlicher Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit. Hier greift häufig die TCM mit ihrer eigenen Diagnostik, die möglicherweise ein körperliches Ungleichgewicht aufdeckt. Teilweise ist es auch sinnvoll, psychisch wirksame Akupunkturpunkte auszuwählen, zum Beispiel bei früheren Schockerlebnissen oder auch einfach nur zur körperlichen und seelischen Entspannung. 

Auch konkrete Beschwerden und Erkrankungen wie zum Beispiel starke Menstruationsbeschwerden, Blutungsstörungen oder Schmerzen durch Endometriose können mit Hilfe der Akupunktur in vielen Fällen deutlich gelindert werden.

Die TCM wird ebenfalls bei Störungen der Spermienproduktion des Mannes eingesetzt .

Die Behandlung erfolgt mit Akupunktur und Kräutern nach einer ausführlichen Anamnese. Nach einer Fortbildung zur Diagnostik und Therapie bei Infertilität aus Sicht der Chinesischen Medizin in 2005 habe ich mich auf dieses Gebiet besonders spezialisiert.

Behandlung während und nach der Schwangerschaft

Von der Schwangerschaftsübelkeit über Rückenschmerzen und Schlafstörungen bis hin zur Geburtsvobereitung stellt die Akupunktur eine bewährte Methode dar, um den Körper auf natürliche Weise zu unterstützen. Besonders empfohlen wird eine jeweils einmalige Behandlung in der 15. und in der 28. Schwangerschaftswoche, um die Mutter und das Kind zu stärken, und um die Übertragung von möglichen Allergien zu vermeiden.
Nach der Geburt hat sich die chinesische Medizin ebenfalls besonders bewährt, zum Beispiel bei Milchbildungsstörungen, Wochenbettdepression, Erschöpfung, Haarausfall oder Schmerzzuständen. Da viele schulmedizinische Medikamente während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert sind, bietet die Akupunktur eine nebenwirkungsfreie und sichere Alternative.

Behandlung von Kindern ab dem Säuglingsalter

Kinder reagieren deutlich sensibler und schneller auf Akupunktur als Erwachsene. In der Praxis bedeutet dies, dass je nach Alter nur sehr wenige Nadeln für eine kurze Dauer gesetzt werden (bei Kleinkindern zum Beispiel 2 Nadeln für jew. zwei bis 3 Minuten). Das Resultat ist oft eindrucksvoll, auch bei einer bereits länger andauernden Krankheitsgeschichte. Durch die Auswahl von sehr feinen Nadeln ist der Einstich praktisch schmerzfrei und zum Beispiel nicht zu vergleichen mit einer Spritze zur Impfung. Lässt sich ein Kind überhaupt nicht nadeln, kann alternativ mit schmerzfreien Pflasternadeln und mit Kräutern gearbeitet werden. Krankheitsbilder, die häufig in der TCM-Praxis behandelt werden, sind rezidivierende Infekte und Entzündungen, Kopfschmerzen, Allergien, Asthma, Neurodermitis, Verdauungsprobleme und Entwicklungsstörungen.